Kultur- und Sprachseminar (9-11. August)

Da die anderen vier Freiwilligen nicht wie wir in der Stadt Bukoba leben und arbeiten werden, schlafen Sie während dem Seminar bei Bastian. Tine und ich wohnen direkt in Bukoba und sind dort in einem Haus mit dem Projektleiter Gonzaga und der deutschen Praktikantin Sandra. Das Haus ist sehr gemütlich und etwas abgelegen von der Straße. Wir haben einen gemeinsamen Wohnbereich, jeweils ein Einzelzimmer und Dusche, Bad und Küche zusammen.

Auf dem Weg nach Bukoba

Auch eine normale Toilette (aus deutscher Sicht) verziehrt unser Bad. Nach dem auspacken und der ersten Dusche seit Dienstag fahren wir mit Piki´s in die Innenstadt. Piki´s sind Motorroller, die zum größten Teil das Taxi ersetzen und uns umgerechnet 75 Cent kosten. Dort angekommen treffen wir die Anderen und schlendern ein wenig durch die doch sehr leeren Gassen. Grund hierfür sind die aufeinanderfolgenden Feiertage. Dafür ist am Strand vom Viktoria See eine riesen Menschenmasse. Wir sitzen in einem Restaurant, das direkt am Strand liegt. Auch Philipp, ein weiterer Freiwilliger aus Deutschland kommt hinzu. Er ist seit 1,5 Jahren hier und versucht die Kerosinlampen in Haushalten durch solarbetriebene Geräte zu ersetzen.

Nach dem das Essen nach ca. zwei Stunden fertig ist, geht auch bald schon die Sonne unter. Da Bukoba 200 Km südlich vom Equator liegt, geht die Sonne jeden Tag um 6:30 auf und um 7 unter. Da wir noch alle von der Fahrt angeschlagen sind, fahren wir wieder zum Jambo Haus und ich schlafe meine erste Nacht in dem Bett:)

Um 7 Uhr aufgewacht geht es zu Basti, der uns in 2 Stunden einen Crash Kurs in Aussprache, Betonung und Floskeln gibt. Basierend auf ein paar Wörtern und der Hilfe von Basti, sollen wir uns den Tag über in der Stadt aufhalten. In einem kleinen Laden frühstücken wir und trinken das Nationalgetränk: Tee.

Jedoch muss man sagen, dass das vielmehr Zucker als Wasser ist und für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftig ist. In einem Buchladen kaufen wir uns Schulbücher in Kisuaheli. Diese sind für die erste Klasse geeignet und sollen uns helfen, uns die Aussprache und das Grundvokabular anzueignen.

Nach dem Kaufen einer Handykarte werden wir dann in 3er-Gruppen eingeteilt und erleben unseren ersten Einkauf auf dem Markt. Konstantin, Sophia und ich schlagen uns relativ gut. Es gibt eine reichliche Auswahl an regionaler Nahrung. Auch das Fleisch darf natürlich nicht fehelen, wenn wir kochen. Da es eigentlich keinen Kühlschrank, geschweige denn eine Kühlkette für das Fleisch gibt, werden viele Freiwillige Vegetarier. Ich nicht! Das Fleisch wird von dem frisch geschlachteten Rind abgetrennt und in eine Plastiktüte gepackt. Nebenbei gibt es Bananen, Mangos und andere Köstlichkeiten. Außer dem Fakt, dass wir dermaßen von den Verkäufern abgezockt wurden und dafür von Basti, Sandra und Philipp ausgelacht werden. Auch das Kochen ist für uns relativ ungewohnt. Wir haben leider keinen Gasherd oder eine Feuerstelle, sodass wir ca. 1 Stunde warten, bis das Wasser kocht. Nach 4 Stunden Kochen und weiterem Kultur- und Sprachtraining gibt es endlich Essen. Der schöne Abend endet in einem Pikiwettrennen, dass ich aufgrund der Schwerkraft nicht gewinne. Dann wartet auch schon das Bett auf mich.

Der erste Sonntag in Tansania fängt zwar nicht mit Ausschlafen an, jedoch mit einem Rührei. Heute ist vor allem das Kulturtraining an der Reihe. Hier erzählt uns Basti viel über die Gewohnheiten, Sitten und Ansichten der Tansanier. Hier zeigen sich große Unterschiede zu der westlichen Welt. Vor allem der Aberglaube, die Familie und die Tradition haben hier eine wesentlich höhergestellte Rolle in der tansanischen Kultur. Der letzte Akt ist das Ausfüllen des Antrags für das Arbeitsvisum. Das Prozedere ähnelt dem deutschen. Das Seminar ist uns vor allem in der Anfangszeit eine große Hilfe und wir profitieren von den Erfahrungen von Basti. Viele Fettnäpfchen und Fehltritte, die er in den letzten 3 Jahren erlebt hat, bleiben uns somit erspart. Wir verbringen einen super Abend und schließen quasi die Ankunftsphase ab.

Morgen geht es für alle in die Einsatzstellen und in die andere Umgebung. Wir freuen uns alle auf unbeschreibliche Momente und sind als Team zusammengewachsen. Viele Fragen, die vor und während der Fahrt aufgekommen sind, wurden beantwortet und wir besitzen sogar einen kleinen Grundwortschatz in Kisuaheli. Morgen geht es um 6 Uhr nach Muleba (70 Km von Bukoba entfernt), wo wir die Sportlehrerausbildung mitbetreuen. Doch das erzähle ich im nächsten Eintrag. Badai!

(Badai= Bis bald)

Spartanisches Kochen

Spartanisches Kochen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*